wallstreet:online | zwischen Squeeze -Out und Kursrakete

w:oDie Aktien der Berliner wallstreet:online AG, nach eigenen bekunden Deutschlands führende Finanz-Community, mäandert derzeit irgendwo zwischen Squeeze-Out und Kursrakete. Die Marktenge und ein Minimum an öffentlicher Wahrnehmung in Bezug auf die Aktie, lässt bei wallstreet:online beide Extreme zu. Nun ist Herr Kolbinger, Vorstand und Gründer von wallstreet:online (w:o) dieser Tage erst 40 geworden – Happy Birthday auch von dieser Stelle – und hat sicher noch einiges vor, so dass ich spekulativ auf letzteres hoffe, also den Erhalt der Börsennotiz und eine positive Geschäftsentwicklung bei hoffentlich steigenden Kursen.

Die Vorzeichen dazu sehen jedenfalls nicht schlecht aus. Neben diversen Verbesserungen der Webseite, welche sich allerdings oft für den Nutzer unsichtbar im Backend (Datenbankanbindung, Serverlandschaft, Redaktion etc.) abspielen, wurde auch eine Smartphone-App entwickelt, die nach meinen subjektiven Dafürhalten modern und übersichtlich daher kommt, und schon einiges an Nutzwert für die w:o Nutzer an Bord hat, auch wenn die meines Erachtens nach wichtige Watchlist-Funktion noch fehlt. Außerdem hat Herr Kolbinger, Vollblut-Börsianer der er nun mal ist, die ersten Wochen des Jahres dazu genutzt, um sich mit so ziemlich jeden namhaften Akteur am Finanzmarkt, der nicht eh schon in seinem Adressbuch stand, via Xing zu vernetzen und so sein Netzwerk und die Reichweite von w:o auszubauen. Es sollten also demnächst weitere Kooperationen mit Banken oder Finanzmedien publik werden, bei welchen w:o als Content-Lieferant agiert. Die derzeit gute Börsenstimmung und die versiegenden Zinsquellen sollten dem Anleger-Portal ohnedies in die Hände spielen.

Erwähnenswert ist vielleicht auch noch eine Personalie bei w:o. Mit Sven Boschert verstärkt seit Anfang Februar ein alter Weggefährte Kolbingers den Vorstand. Boschert verfügt über profunde Kenntnisse in der Online-Wirtschaft und hat schon andere Projekt aufgezogen. Das durch die stärkere Involvierung Boscherts der Free Float der Aktie leidet, steht nicht zu befürchten, da er schon länger im Dunstkreis Kolbingers aktiv ist und genügend Zeit hatte, sich entsprechend zu positionieren. Da offiziell und auf Anfrage keine Beteiligung bekannt ist, müsste sein Engagement entweder unter der Meldepflicht von drei Prozent der Stimmrechte bzw. Aktien liegen oder aber das Interesse tendiert gegen Null, was nicht gerade für die Aktie bzw. die Motivation des Co-Vorstand sprechen würde.

Die Anstrengungen von André Kolbinger und seinen Mitstreitern sind unübersehbar und dazu angetan, die wallstreet:online AG wirtschaftlich voran zu bringen. Ob das auch den freien Aktionären nützt, ist hingegen nicht so sicher. Die wallstreet:online AG ist ein Familienunternehmen mit Börsennotiz. Auch wenn ich eigentlich ein Fan von eigentümergeführten Unternehmen bin: Familie Kolbinger hält nach wie vor rund 75% der Anteile. Da zum einen die Marktkapitalisierung mit 3,7 Mio. Euro recht gering ist und zum anderen ein externer, einflussreicher Investor fehlt, der auf entsprechende Kurspflege achtet, besteht die Gefahr, dass die Interessen der Familie deutlich im Vordergrund stehen, so dass eine entsprechende Verteilung der Mittel oder gar ein Delisting oder Squeeze-Out nicht ganz abwegig ist. Etwas mehr Free Float oder Marktkapitalisierung bei der Aktie, und mehr Aufmerksamkeit durch Finanzmedien und Analysten würden hier ggf. Abhilfe schaffen.

w:o chart

Chart: Market Maker

Über die Markttechnik muss man bei einem so marktengen Wert wie w:o keine großen Worte machen, da die Aussagekraft bestimmter Chartmuster hier mit Vorsicht zu genießen ist. Interessanter sind da schon einige fundamentale Details. So ist die Eigenkapital-Quote zum Halbjahr 2014 mit 87 Prozent mehr als beachtlich. Zum Halbjahr 2013 lag die Quote noch bei ebenfalls beachtlichen 75%. Hier machte sich der massive Schuldenabbau bemerkbar. Bewertet wird die Aktie derzeit mit dem 2,3-fachen des Eigenkapitals und dem 24-fachen des für 2015 erwarteten Gewinns pro Aktie von 0,02 Euro. Das Vorjahr schloss w:o mit einem Verlust von rund 0,004 EUR/Aktien ab, bei einem Umsatzanstieg um 60.000 EUR bzw. 2,7%. Die offiziellen Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor. Ein Schnäppchen sieht anders aus. Wer aber antizyklisch die Perlen am Grund auflesen möchte, kann hier eine Wette auf Social Trading und Crowdinvesting mit reichlich Kursphantasie eingehen.

Image: wallstreet:online AG

Opera | Rußlandkrise im Handyformat

Opera SoftwareVierundvierzig Prozent stürzte die Aktien der Opera Software ASA (Opera), der norwegischen Browser-Schmiede, vorgestern in die Tiefe. Fast die Hälfte des Firmenwertes wurde nach Vorlage der Zahlen für 2014 ausradiert. Opera hätte schon Pleite gehen müssen, um eine solche Überreaktion zu rechtfertigen. Dementsprechend ging es gestern auch um bis zu 15% wieder steil bergauf.

Was war passiert? Opera hatte zum einen die Erwartungen der Analysten für 2014 und 2015 verfehlt und zum anderen die eigenen Erwartungen für 2015 auch noch reduziert. Eine Gemengelage, die bei einen Nebenwert wie Opera, den nur wenige Analysten beobachten, schon drastische Folgen haben kann.

Zum einen haben die Analysten im Konsens einen höheren Gewinn für 2014 erwartet, zum anderen lag die Konsensschätzung für den Umsatz in 2015 bei 765 Mio. U$, wohingegen Opera die eigenen Prognosen noch mal von 670 auf 630-650 Mio. U$ revidierte. Eine Schätzung, die der Finanzvorstand als “pretty careful” bezeichnete. Sehr vorsichtig geschätzt sind auch die Erwartungen, die Opera hinsichtlich des Gewinns hat. Hier wurden die eigenen Prognosen von zuvor 180 Mio. U$ auf nun 130-150 Mio. U$ reduziert.

Als Grund für das verfehlte Ergebnis in 2014, sowie für den bescheidenen Ausblick auf 2015 wurden maßgeblich die Ereignisse in der Ukraine und die damit einhergehenden Wirtschaftssanktionen in Russland genannt. Russland und die Ukraine sind die zwei größten Märkte für die Opera Browser, und somit für die daraus resultierenden Umsätze bei mobiler Werbung und App-Verkäufen. Neben den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen belasten auch die Wechselkurse, namentlich der schwache Rubel und der schwache Euro, die Bilanz. Denn Opera sitzt in Norwegen, bilanziert aber in US-Dollar. Für das schwache 2014er Ergebnis wurde noch ein einmaliger Sondereffekt verantwortlich gemacht, nämlich die Abschreibung des 2013 übernommenen Mobile-Video-Spezialisten Skyfire.

Aufgrund der kriegsbedingten Wirtschaftsschwäche in den Hauptabsatzmärkte, sowie der ungünstigen Währungssituation, geht man also von rückläufigen Umsätzen aus. Auch wenn sich diese Szenarien schnell ändern können – zum Guten, wie zum Schlechten – sollen jetzt die Fakten, sprich: die Zahlen betrachtet werden.

Obgleich die Dynamik etwas nachließ, ist das Eigenkapital(EK) in den letzten Jahren stetig gewachsen. Selbst 2014 legte das EK noch um gute 17% p.a. zu. Das die EK-Quote dabei von 59% in 2013 auf nur noch 45% in 2014 absackte ist misslich, aber immer noch ein stolzer Wert. Allein das Eigenkapital macht 2,56 U$ pro Aktien aus, welche derzeit bei umgerechnet 8,05 U$ notiert.

Opera-Crash
Chart: Market Maker

Der 2014er Gewinn bzw. Verlust je Aktie wird von Opera mit -0,424 U$ angegeben. Eine herbe Enttäuschung, die mit Blick auf den Ukraine-Konflikt und die derzeitigen Währungsverzerrungen so aber weder vom Management noch von den Analysten vorhersehbar war. Ausgehend von den gestern gegeben Ausblick aufs laufende Geschäftsjahr darf der Anleger 0,94 U$/Aktie erwarten – und das wurde von Erik C. Harrell, CFO bei Opera, sehr konservativ geschätzt. Allerdings nur auf EBITDA Basis, ohne Berücksichtigung der Options-Programme oder etwaiger Akquisitionskosten (man beachte das wirklich Kleingedruckte). Zieht man daher noch mal grob geschätzt 33% ab, um auf einen Gewinn pro Aktie zu kommen, erhält man 0,63 U$/Aktie. Sollte Opera die alte Dynamik wiederfinden, darf für 2016 ein Gewinnzuwachs von wenigstens 20% erwartet werden, was ein Gewinn pro Aktie von 0,76 U$ entsprechen würde. Damit wäre die Aktien der Opera Software ASA aktuell mit dem 12,7 bzw. 10,6 fachen Ihres Gewinns bewertet, was bei entsprechenden Geschäftsverlauf ein Erreichen der alten Höchststände erlauben würde. Sollten die diversen Krisen aber anhalten oder sich gar verschärfen, sind alle Analysen vergebens und wiederholte Verluste nicht ausgeschlossen.

Auf dem derzeitigen Niveau ist Opera wieder einen Blick wert, auch wenn einzelne Rückschläge zur Auslotung der Tiefstständen nicht ausgeschlossen werden können und als Kaufgelegenheit genutzt werden dürfen. Mehr über die einzelnen Geschäftsfelder von Opera zeige ich in meinen Artikel “Opera Software ASA | An Almost All-in-one Investment” auf, welcher 2013 für Seeking Alpha in Englisch geschrieben wurde.

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Der Autor bzw. die von ihm betreuten wikifolios halten Aktien der Opera Software ASA.

Dieser Artikel erschien auch als Diskussionsbeitrag für die Finanz-Community wallstreet:online, sowie in Auszügen beim Schweizer Anleger-Portal ErfolgreichInvestieren.CH

Image: Opera Software ASA

five-alive wireless | jetzt mit Ferratum, Sunrise und Opera

five-alive wirelessWie zuvor via wikifolio-Kommentar angekündigt, wurde das “five-alive wireless” Musterdepot nach dem Erfolgreichen Börsengang von Ferratum und Sunrise von zuvor 25 auf jetzt 30 Positionen erweitert. Außer den bereits erwähnten Neuzugängen, ist nun auch Opera Software mit an Bord, die zuvor via wikifolio nicht investierbar waren. Abgerundet wird das Quintett durch einen alten Bekannten – Telefonica Deutschland, auch bekannt als O2 Germany – sowie durch die französische Parrot, welche sich mit Freisprecheinrichtungen einen Namen gemacht hat und nun auch im Bereich ziviler Drohnen aktiv ist.

Die bisherigen Positionen im börsennotierten “five-alive wireless” wikifolio wurden entsprechend um jeweils rund 20% gestutzt, um liquide Mittel für den Zukauf der genannten fünf Neuzugänge zu haben.

Zu Ferratum, den finnischen Anbieter mobiler Kleinkredite, sowie zum Schweizer Mobilfunkprovider Sunrise, wurde in den letzten Tagen im Zuge der entsprechenden Börsengänge in Frankfurt und Zürich genug berichtet, so dass eine weitere Vorstellung der Unternehmen an dieser Stelle entfällt.

Eine umfangreiche Analyse zu Opera Software ASA gibt es hier:
Opera Software ASA | An Almost All-in-one Investment
Ein Update ist in Planung gibt es hier.

E*TRADE | im Westen geht die Sonne auf

ETRADENachdem E*TRADE in Rahmen seiner Konsolidierungsbemühungen seine Auslandstöchter Ende 2009 versilberte – E*Trade Germany ging damals an die biw Bank und wurde als ViTrade, einen Ableger von flatex, weitergeführt, andere Europäische Ableger verschwanden ebenso von der Bildfläche – wurde im Nachgang auch die Kontoführung für ausländische Kunden bei der US-Mutter wegen der mutmaßlich höheren Verwaltungsaufwendungen eingestellt. Mittlerweile scheint sich aber die Gesinnung etwas gewandelt zu haben und die E*TRADE-Führung folgt dem Geld gen Westen, weg vom wirtschaftlich strauchelnden Europa, hin zum prosperierenden Asien. Und so finden sich auf den E*TRADE-Seiten nun zwar keine Angebote für Europäer, wohl aber für Kunden aus Hong Kong und Singapur. Auch E*TRADE Australia ist noch online, gehört aber längst nicht mehr zur amerikanischen E*TRADE Corporation.

Wer dennoch einen Online-Broker in den USA sucht, wird bei TD Ameritrade und Interactive Brokers fündig. Weitere Informationen für international agierende Anleger bietet unter anderem “The International Investor”.

Image: Wikimedia.org

five-alive wikifolio | Führungswechsel

wikifolioDas Unvermeidliche ist geschähen: das erst im September 2014 gestartete five-alive plus wikifolio hat das ältere, per 02.01.2014 aufgelegte five-alive Musterdepot beim Wertzuwachs nach nur fünf Monaten überholt. Momentan liegt das eher konservativ aufgestellte five-alive wikifolio mit einer Performance von 10.0 Prozent seit Auflegung im Plus. Das spekulativere five-alive plus wikifolio zog heute Abend erwartungsgemäß mit einer Gesamtperformance von 10.6 Prozent daran vorbei. Absehbar war dies, da das five-alive plus wikifolio im Gegensatz zum five-alive wikifolio auch in Optionsscheine investieren darf. Diese machen derzeit 27% des five-alive plus Musterdepots aus. Die auf die genannten Musterdepots aufgelegten Zertifikate entwickelten sich dementsprechend positiv.

Hier gibt es mehr Informationen zum wikifolio “five-alive” und “five-alive plus”.

McDonald´s | Der Kapitän verlässt die Brücke …

McDonald´s… bevor das Schiff sinkt. Erinnert irgendwie an die “Costa Concordia”, ist in diesem Falle aber eher im Sinne der Passagiere, sprich Aktionäre. Nach Rund drei Jahren übergibt Don Thompson am 1. März 2015 das Ruder an Steve Easterbrook.

Als Thompson 2012 ans Ruder kam, übernahm er einen Dampfer, der flott unterwegs war. Seit seiner Amtsübernahme treibt das Dickschiff nun aber eher richtungslos umher, pendelt die Aktie in einer Trading Range zwischen 85 und 104 US-Dollar, nachdem sie zuvor eine atemberaubende Rally, beginnend bei rund 13 Dollar in 2003, hingelegt hatte. Ob es nun am CEO oder am Zeitgeist lag, möchte ich mal dahingestellt sein lassen. Interessanter wird sein, ob der neue Mann an der Spitze das Zeug hat, den Kahn rum zu reißen und wieder flott zu machen. Was man so liest, ist Steve Easterbrook ein mit allen Wassern gewaschener Fahrensmann in der Fastfood-Branche und bring reichlich Erfahrung mit.

Da die Aktie sich derzeit am unteren Rand ihrer Trading Range befindet, ist die Meldung über einen Vorstandwechsel durchaus dazu angetan, einen Richtungswechsel beim Kurs auszulösen und die Aktie wieder gen Norden steigen zu lassen. Wir belassen unsere erst jüngst wieder eingekauften McDonald´s Aktien im five-alive portfolio und den five-alive wikifolios und hoffen auf bessere Kurse. Denn abwerten will McDonald´s scheinbar nicht, wie ich schon mal an dieser Stelle feststellte. Denn Gelegenheit gab es in den letzten drei Jahren genug.

McDonald´s $MCD | the CEO message came at the right time. The share just reached the lower edge oft its trading range and is ready to rise

— five-alive (@five_alive) Jan. 29 at 12:42 PM

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Dieser Artikel erschien zuvor als Kommentar zum wikifolio “five-alive” und “five-alive plus”. Beide Musterdepots sind investierbar.

Dieser Artikel erschien auch als Diskussionsbeitrag für die Finanz-Community wallstreet:online.

Image: McDonalds

Apple | die Erfolgsstory geht weiter

apple-512Apple hat geliefert! Die Fortsetzung der Erfolgsstory begründet unser Engagement bei Apple. Ich will nicht sagen, dass ich die Zahlen so erwartet habe, ging aber schon von einer Fortsetzung der Apple-Story aus. Apple hat geliefert – die Ralley kann weiter gehen. Das dies durchaus nicht selbstverständlich ist, zeigen mit unter die ernüchternden Zahlen von Samsung, die ebenfalls gestern berichtet haben. Des einen Freud ist des anderen Leid.
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Dieser Artikel erschien zuvor als Kommentar zum wikifolio “five-alive” und “five-alive plus”. Beide Musterdepots sind investierbar.
Image: IconsDB.com

Swissquote | Schweizer Leader auf Tauchstation

SchweizDer steile Absturz der Swissquote Aktien von 32 auf 22 Chf bietet eine willkommene Einstiegsmöglichkeit. Auch wenn einige Marktbeobachter aufgrund der jüngsten Währungsturbulenzen ihre Ergebnisprognosen für 2015 drastisch reduziert haben, so kommt man mit Blick auf 2016/2017 derzeit zu einer recht moderaten Bewertung mit einem KGV von 10,1 respektive 6,8 für die Swissquote Aktie. Ob die Prognosen für 2015 wirklich so stark reduziert werden müssen, wie einige Analysten dies jetzt taten, bleibt noch abzuwarten. Swissquote selber geht von keinen Belastungen durch den SNB-Entscheid aus, und bildete jetzt nur Rückstellungen für in Schieflage geratene Kundenkonten – was im Zweifelsfall dann aber doch aufs Ergebnis durchschlagen würde.

SwissquoteWas, nicht nur auf dem aktuellen Kursniveau, für ein Engagement bei Swissquote spricht: Swissquote ist der führende Online-Broker in der Schweiz und darüber hinaus durch diverse Kooperationen, wie z.B. mit der Schweizer PostFinance, bestens aufgestellt. Ab 2015 wandeln sich voraussichtlich die Aufwendungen für die MIG Bank Übernahme in sprudelnde Einnahmen und die Akquisition beginnt sich zu rentieren. Denn durch den Erwerb der MIG Bank rückte Swissquote in die Top-Ten der globalen Forex-Broker auf. Außerdem dürfte Swissquote von den Schieflagen und Pleiten anderer Forex-Broker Profitieren, welche vom SNB-Entscheid auf den völlig falschen Fuß erwischt wurden.

Und schlussendlich zeigen die jüngst vorgelegten Zahlen des deutschen Mitbewerbers comdirect bank, dass das Auf-und-Ab an den Börsen noch immer Geld in die Kassen der Online-Broker spülte und spült. Die comdirect hatte dieser Tage einen Abschluss deutliche über den Analysten-Schätzungen vorgelegt. Swissquote wird seine Bilanzen am 3. März 2015 vorlegen. Man darf gespannt sein. Bis dahin erfreuen wir uns an der internationalen Präsenz des Schweizer Online-Brokers – z.B. auf den Leibchen der Kicker von Manchester United – und an hoffentlich steigenden Kursen. Wobei man 40 Chf durchaus als Etappenziel vor Augen haben darf.

Interessenkonflikt: Der Autor oder ihm nahestehende Personen oder Institutionen halten Aktien der oben genannten Unternehmen.

Dieser Artikel erschien auch als Diskussionsbeitrag für die Finanz-Community wallstreet:online, sowei beim Schweizer Anleger-Portal ErfolgreichInvestieren.ch

Rega-Gönner werden

five-alive wireless | Mobilfunk-Zertifikat jetzt an der Börse

five-alive wirelessfive-alive wireless, das Mobilfunk-Zertifikat startet heute an der Börse. Die Papiere sind an der Börse Stuttgart und außerbörslich über Lang & Schwarz bei jeder Bank handelbar. Das zugrundeliegende Musterdepot wird vom Autor persönlich bei wikifolio.com verwaltet. Der Autor, Karsten Koos, hat mit five-alive und der five-alive AG profunde Marktkenntnisse als Anwender, Investor und Entwickler im “Mobile Business” und agiert gelegentlich als Gastautor bei mobile zeitgeist und boersengefluester.de.

Das dem Zertifikat zugrunde liegende wikifolio ist ein reines, international ausgerichtetes Aktiendepot. Das “five-alive wireless” wikifolio kann ggf. mit einem Mobilfunk-Index verglichen werden. Es soll einen eher passiven Charakter haben und soll tendenziell langfristig ausgerichtet sein, wobei die Auswahl und Größe der Positionen in unregelmäßigen Abständen korrigiert und angepasst werden kann. Dies könnte im Extremfall auch mal kurzfristig passieren, so wie heute, anlässlich des ersten Handelstages.

Das Anlagespektrum soll global sein und sich auf Unternehmen aus den Bereichen Mobilfunk im weitesten Sinne konzentrieren. Dazu kann man Mobilfunkanbieter, Handyhersteller, App-Entwickler, mobile Bezahlsysteme, mobile Werbeagenturen, Navigationsanbieter, Sendemastbetreiber, Satellitentelefonie, Tele-Medizin u.v.m. zählen. Kleinere Abweichungen bei der Unternehmensauswahl sind möglich, ebenso wie regionale Übergewichtungen. Unternehmensgrößen sollen nicht berücksichtigt werden.

five-alive wireless
Pünktlich zum Start wurde das wikifolio noch einmal überarbeitet. So wurden die größten Positionen etwas beschnitten, um die beiden Nachzügler gameloft und VimpelCom aufzupäppeln. Ferner wurde die US-Lastigkeit durch den Verkauf von Garmin etwas reduziert. Dafür kam heute GN Nord Store (Hörgeräte und Headsets (Jabra)) aus Dänemark neu dazu. Mit dann noch sieben Werten sind die USA überdurchschnittlich vertreten, so dass mit den Dänen etwas mehr Farbe ins Depot kommt und die US-Dominanz etwas weiter abgebaut wird, nachdem die deutsche Dominanz schon zuvor erfolgreich reduziert wurde. Außerdem sind mit u-blox, tomtom und Nokia (here) ausreichend Navigationsanbieter im Musterdepot (wikifolio) vertreten.

Das Musterdepot hätte gerne auch etwas umfassender sein können, doch sind uns hier durch die Aktienauswahl bei wikifolio.com bisher noch Grenzen gesetzt, so dass beispielsweise auf Werte wie Plantronics, Telenor, Opera Software, Inmarsat, Iridium, MTN Group, mobilezone, Millicom, MediaTek, Glu oder America Movile an dieser Stelle verzichtet werden musste. Sobald weitere Werte aus dem “Mobile Business” verfügbar werden, wird eine Aufnahme bei five-alive wireless geprüft.

Weitere Informationen zum “five-alive wireless” Zertifikat, wie z.B. Kommentare, Transaktionen, Depotzusammensetzung, Risikohinweise, Wertpapierkennnummer(WKN) oder Charts finden Sie unter https://www.wikifolio.com/de/WIKIMOBI


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Schweiz | die Tage danach

SchweizLangsam legt sich der Staub, den der SNB-Entscheid am Donnerstag aufgewirbelt hat und man kann sich mit den Folgen der Entscheidung befassen.

Freitag wirkte der Schweizer Markt noch wie benommen. Hier ein Nachsacken der Kurse, dort ein lustloser Handel. Doch am heutigen Montag sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Der Schweizer Markt neigt, im Konzert mit anderen europäischen Märkten, generell zur Stärke, auch wenn der SNB-Entscheid bei den klassischen Währungsopfern wie Touristik und Export hier und da Spuren hinterlässt. Es ist also Zeit für einen kleinen Depot-Check in Sachen Schweizer Aktien, abseits von UBS, Nestle und Novartis, um ggf. noch die eine oder andere Depotoptimierung vorzunehmen. Dabei sollte man jedoch im Auge behalten, dass sich die Schweizer Nationalbank keineswegs von der weiteren Kurspflege des Schweizer Franken verabschiedet hat, sondern auch künftig einen schwächeren Franken anstrebt.

BB Biotech | Einmalige Belastung des Portfolio durch Franken-Aufwertung | die meist US-amerikanischen Beteiligungen sind schlagartig etwas weniger Wert | weitere Belastungen sind dadurch nicht zu erwarten

Jungfraubahn | fünf jähriger Aufwärtstrend gebrochen | hoher Franken belastet ausländische Touristen und lockt die Schweizer ins Ausland, was den Umsatz drücken dürfte

Lindt & Sprüngli | hoch bewertete | leidet als Exporteur unter der Stärke des Schweizer Franken | hat aber gerade einen guten Lauf beim US-Absatz

mobilezone | dürfte vom SNB-Entscheid weitestgehend unberührt sein | ggf. etwas geringere Margen beim Reparaturgeschäft im Ausland – ist aber zu vernachlässigen, dafür positiver Währungseffekt beim Hardwareverkauf

Myriad | leidet als Exporteur unter der Stärke des Schweizer Franken | hat aber gerade einen guten Lauf in Südamerika | Umsatzdynamik wird Währungseffekt voraussichtlich mehr als ausgleichen

Swissquote | die Bank selber leidet nicht, so wie andere Forex-Broker, die es vom Markt fegte | es werden aber Rückstellungen gebildet, da Kundendepots ins Minus rutschten

u-blox | leidet als Exporteur unter der Stärke des Schweizer Franken | hervorragendes Produktportfolio sollte Umsatzeinbußen eindämmen oder gar obsolet erscheinen lassen