10 Jahre five-alive AG | Happy Birthday

five-aliveAm 11. September, jenen denkwürdigen Datum, im Jahr 2008, die US-Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac wurden gerade verstaatlicht, wurde unter der Registernummer HRB 8254 beim Amtsgericht Neuruppin die five-alive AG ins Handelsregister eingetragen. Ein Akt, der gemeinhin als Geburtsstunde einer Kapitalgesellschaft gilt.

Postwendend wurden auch ein Depot eröffnet, die Unterlagen lagen schon seit Tagen bereit, womit der 11.09.2008 dann auch als Geburtsstunde für das five-alive portfolio gilt.

Doch bevor wir richtig loslegen konnten, sollte nach dem 11.09. noch ein anderer Septembertag zu trauriger Berühmtheit gelangen: Sonntag, der 14. September 2008 – der Tag an dem das Schicksal der Investmentbank Lehman Brothers nach 158 Jahren mit einer spektakulären Pleite besiegelt wurde und das legendäre Investmenthaus Merrill Lynch sich in die Arme der Bank of America flüchtet – der Tag, der als Höhepunkt der letzten Finanzkrise in Erinnerung bleiben sollte.

Man kann sich wahrlich (k)eine bessere Zeit vorstellen, um eine Aktiendepot an den Start zu bringen. Nach anfänglichen Verlusten von bis zu 15% war im Frühjahr 2009 der Wendepunkt erreicht und das five-alive portfolio legte im Anschluss binnen Jahresfrist über 100% zu.

five-alive portfolio
five-alive portfolio | 10 Jahre vs Euro Stoxx
Chart: Market Maker

Gestartet wurde das five-alive portfolio am 11. September 2008 rückblickend bei 0,56 Euro je Aktie. Der absolute Tiefpunkt wurde nur wenige Wochen später, am 21.11.2008 bei 0,48 EUR/Aktie erreicht, das All-Time-High dann am 17.02.2014 bei 1,123 EUR/Aktie markiert. Heute, zehn Jahre nach Auflegung des five-alive portfolios, beläuft sich der innere Wert (NAV) einer five-alive portfolio Aktie auf rund 0,95 Euro je Aktie, womit das five-alive portfolio seit seiner Auflegung am 11.09.2008 rund 70 Prozent zugelegt hat.

Nokia BannerNokia Banner Im operativen Geschäft, die five-alive AG ging ja eigentlich als Software-Schmiede für mobile Applikationen und Web-Lösungen an den Start, lief es hingegen weniger erfolgreich. Apple hatte ein Jahr vor unserer Gründung das damals noch verspottete iPhone auf den Markt gebracht und mit ersten Apps einen bis dahin eher stiefmütterlich dahin vegetierenden Markt für mobile Applikationen neu kreiert. Unsere auf Java und Symbian basierenden Apps trafen auf einen gerade von Medien und IT-Giganten entdeckten Markt und konkurrierten mit deren Applikationen und Online-Lösungen um die Gunst der User – ein Kampf, den five-alive so nicht gewinnen konnte.

Unsere beiden marktreifen Applikationen, „five-alive investor“, eine Börsen-App mit Kursabruf, Chart und Nachrichten-Ticker, sowie „five-alive info“ – am ehesten mit Evernote zu vergleichen – erreichten trotz Aufnahme in den Nokia- und BlackBerry-Store nie ausreichende Umsätze, um damit auskömmlich weiter zu arbeiten.

Statt Geld in einen ungleichen Wettbewerb zu versenken, stellten wir die Softwareentwicklung nahezu vollständig ein und nutzen unser Know-How, um uns ein Stück vom Kuchen abzuschneiden und in die Aktien der mobilen Akteure zu investieren – mit Erfolg, wie weiter oben bereits dargelegt. Größte und erfolgreichste Wertpapierpositionen waren damals die YOC AG aus Berlin und der norwegische Browser-Entwickler Opera. Die markantesten Beteiligungen aus dieser Zeit hingegen finden sich im Finanzbereich mit einen Anteil von zwischenzeitlich deutlich über ein Prozent am Grundkapital der GoingPublic Media AG, sowie einen Anteil von bis zu 3,6 Prozent als Private-Equity Investment an der GSC-Holding Düsseldorf, besser bekannt als GSC-Research.

Aufgrund des bisherigen Erfolges und dem Interesse der (potentiellen) Aktionäre, beschlossen wir, das five-alive portfolio in eine eigene Gesellschaft auszulagern, welche nur den einen Geschäftszweck, nämlich die Verwaltung des eigenen Vermögens, diente. Am 11. Mai 2011 wurde dann schließlich die five-alive portfolio AG ins Handelsregister eingetragen, wobei die five-alive AG seit dem zu den größten Einzelaktionären der five-alive portfolio AG zählt.

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five-alive.mobi | Startseite
Nach dem zuvor schon die mobile Software-Entwicklung größtenteils eingestellt wurde, folget im Januar 2013 die Einstellung unseres mobilen Internet-Portals five-alive.mobi. Die five-alive AG ist seit dem im IT-Bereich fast nur noch für die Unternehmungen ihrer aktuellen und ehemaligen Aktionäre tätig – Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel.

Die Einführung des Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB) im Jahr 2014 machte es nochmal spannend. Nach kostspieligen Konsultationen mit Rechtsberatern und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) trennten wir uns von einem Großteil unserer Aktionäre und agieren seitdem mit Wohlwollen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unter dem juristischen Konstrukt eines Family Office. Die Organisation der Umstrukturierung vom Vermögensverwalter zum Family Office belastet die five-alive Gruppe, bestehend aus five-alive AG und five-alive portfolio AG, noch bis Ende des Folgejahres 2015, wie am Chart deutlich abzulesen ist. Familienfremde Aktionäre (also die Meisten) mussten herausgekauft werden. Nun, als Family Office verbotene Fremddarlehen mussten vorzeitig zurück gezahlt werden, Strukturen und Depotpositionen entsprechend angepasst, Notar- und Anwaltskosten beglichen werden.

Heute, im zehnten Jahr ihres Bestehens, befasst sich die five-alive AG, formaljuristisch als Teil eines Family Office, hauptsächlich mit der Verwaltung des eigenen Vermögens, sowie mit der IT, der Administration und dem Research für die ebenfalls zum Family Office gewandelte five-alive portfolio AG. Ihre Wurzeln als mobiler IT-Dienstleister finden sich nur noch in homöopáthischen Dosen, wie zuvor oben beschrieben. Einzig der Name und das Logo unseres mobilen IT-Projekts ist über die Jahre erhalten geblieben und dient heute als Markenzeichen unserer Kapitalmarktaktivitäten im Nebenwertebereich, wo man unser five-alive Research mitunter auch schon mal bei so renommierten Anbietern wie Boersengefluester, Finanznachrichten.de, GSC-Research oder mobile-zeitgeist findet.

Wie die five-alive AG, so unterliegt auch das five-alive portfolio, trotz eher langfristiger Orientierung, einen steten Wandel. Werte aus den Bereichen Mobile-Computing und Mobilfunk findet man kaum noch im Depot. Und auch die Finanztitel GoingPublic und GSC-Research, die streckenweise zu den größten Depotpositionen gehörten, fallen nach acht oder neun Jahren schon mal der Depot-Revision zum Opfer und werden zum Verkauf gestellt. Zu den derzeit größten Positionen im five-alive portfolio zählen die Deutsche Fachmarkt AG, kurz DEFAMA, ein Kind des GSC-Gründers Matthias Schrade, und die IT Competence Group, geleitet vom früheren Leiter der Finanzen bei GoingPublic, Wolfgang Wagner. Insofern sind zwar die Aktien andere, die Köpfe dahinter aber dieselben – auch eine Art von Kontinuität im Depot und ein beruhigender Ausblick für die nächsten zehn Jahre.

Image: NOKIA, five-alive