10 Jahre five-alive portfolio AG

Als am 11. Mai 2011 das five-alive portfolio einen eigenen Aktienmantel bekam [ISIN: DE000A1JAZ94], hatte es sich zuvor schon fast einmal verdoppelt. Das Aktionariat reichte bei Gründung von A wie Anwalt bis Z wie Zahnarzt, schloss aber IT-Fachkräfte, promovierte Physiker, sowie Ärzte anderer Fachrichtungen mit ein – kurz um, an einen damals populären Werbeslogan angelehnt, war five-alive ein Vermögensverwalter für „Akademiker und Anleger mit Niveau„, dessen geographische Reichweite von Rostock bis Wien langte.

Zu den Platzhirschen im five-alive portfolio gehörten damals, dem operativen Geschäft der five-alive AG im Mobile Business folgend, Nokia, Opera und die YOC AG. Der Zeitpunkt der Ausgründung des Portfolios aus der five-alive AG war ähnlich exquisit, wie der Gründungs- und Starttermin der five-alive AG bzw. des five-alive portfolios selbst, welches nämlich 2008, nur wenige Tage vor der Lehman-Pleite an den Start ging.

10 Jahre five-alive portfolio AG

 

Die five-alive portfolio AG startete am 11. Mai 2011, nur wenige Wochen vor dem sog. Sommer-Crash 2011, in eine volatile Zeit hinein und erreichte am 17.02.2014 ihren bisherigen Höchststand mit einem NAV [inneren Wert] von 1,123 EUR/Aktien zum Tagesschlusskurs. Dieses All-Time-High sollte erst 2021 wieder egalisiert werden. Doch zuvor kam 2014 das Kapitalanlagegesetzbuch, kurz KAGB, und drohte uns den Garaus zu machen.

Es kostet viel Zeit, Kraft und Geld, doch nach unzähligen Gesprächen mit Aktionären, Anwälten, Steuerberater und Notariat stand fest: Wir machen weiter! Und zwar als Family Office – formaljuristisch sogar als Multi-Family Office. Die BaFin erlaubte noch den Schwager samt Familie mit ins Boot zu holen. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber, alle Nicht-Familienmitglieder herauszukaufen, Einlagen in Form von Gesellschafterdarlehn auszukehren, die laufende Kapitalerhöhung abzublasen und Beraterrechnungen zu begleichen. Das kostete nicht nur Konzentration und Performance, sondern ging auch an die Substanz, wie die herbe Delle im Chartverlauf der Jahre 2014/2015 zeigt.

Kurios am Rande ist nur, dass in dem Augenblick, wo wir laut KAGB nicht mehr als Vermögensverwalter für Dritte agieren durften, es dem Verfasser privat ermöglicht wurde, Vermögensverwaltung via wikifolio sogar über die Börse anzubieten – auch wenn es nicht ganz das Gleiche ist.

Seit 2016 geht es wieder aufwärts. Nach zwei Kapitalerhöhungen aus dem Kreis der Familien laufen die Geschäfte wieder in geordneten Bahnen, und trotz Corona-Krise konnten wir vor wenigen Tagen mit einem NAV von 1,14 EUR/Aktie ein neues All-Time-High mit der five-alive portfolio AG markieren. Die beiden größten Positionen sind nach wie vor die Deutsche Fachmarkt AG, kurz DEFAMA, sowie unsere Kantine: McDonald´s.

          McDonald´s            DEFAMA

Je nach Börsenkurs, drittstärkste Position ist die Porsche SE. Hier gefallen weiterhin die Dividendenrendite, der Fokus auf E-Mobilität und die Familieninteressen. Letztere besonders, da ich im Fall der Fälle davon ausgehe, dass den Familien Porsche und Piëch das Hemd näher sein wird, als die Hose, und die Porsche AG, vielleicht auch Audi, auf wundersame Weise wieder zurück zur Familie bzw. zur Porsche SE finden. Gedankenspiele über einen etwaigen Börsengang der Porsche AG, wie sie kürzlich der Wirtschaftspresse zu entnehmen waren, sind dabei Wasser auf meine Mühlen.

Porsche

Auch i.S. Corona sind wir investiert – wenn auch eher unbeabsichtigt. So halten wir beispielsweise die schwedische Investor AB, das Anlage-Vehicle der Wallenbergs, welches seit jeher Astra-Zeneca zu seinen Beteiligungen zählt, und sind in der Schweiz via BB Biotech mittelbar bei moderna investiert.

Dem Kurssturz der letzten Woche ist es zu verdanken, dass auch der Dritte im Bunde, BioNTech, jetzt mit einem deutlich zweistelligen Gewinn im five-alive portfolio zu finden ist.

Außerdem haben wir Anfang Jahr Gewinnmitnahmen aus Teilverkäufen bei DEFAMA genutzt, um uns in der Schweiz neu aufzustellen. Größte Positionen in der Schweiz sind die Dividendenperlen mobilezone und BB Biotech, sowie die Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli. Abgerundet wird das Bild durch die BVZ, u.a. Partnerin der Rhätischen Bahn beim Betrieb des Glacier Express in den Schweizer Alpen.

mobilezone              BBbiotech 

 

 

Ich denke wir haben somit einen gesunden Mix aus Dividendenertrag und Kurswachstum im Depot und sind mit rund 30 Prozent Auslandsanteil gut und schuldenfrei für die nächsten 10 Jahre aufgestellt.

 

Hinweis: Der Artikel wurde mit größter Sorgfalt erstellt. Für die Richtigkeit der in der Analyse enthaltenen Aussagen, Prognosen und Angaben wird jedoch keine Gewähr übernommen. Der Inhalt dient lediglich der Information und beinhaltet keine Vermögensberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Eine Haftung für Vermögensschäden ist ausgeschlossen. Der Autor erklärt, dass er, oder ihm nahestehende Personen oder Institutionen im Besitz von Finanzinstrumenten sein können, auf die sich dieser Artikel bezieht. Hierdurch besteht die Möglichkeit eines Interessenkonfliktes.

Image: McDonald’s Corp., DEFAMA, mobilezone, Wikimedia.org | Chart: market-maker