GoingPublic Media | Dieser Weg wird kein leichter sein…

…dieser Weg wird steinig und schwer. So jedenfalls das Mantra des GoingPublic Gründers und Vorstands, Markus Rieger, in Bezug auf die Wandlung der GoingPublic Media AG (GoingPublic) vom reinen Finanzverlag zur multimedialen Kapitalmarktplattform, die neben der gedruckten Zeitschrift auch Onlineportale, ePaper, Newsletter, Apps und Events umfasst. Frei nach dem Motto: „Wir sind Kapitalmarkt!“

GoingPublic

Um im Bild zu bleiben: von eben diesem steinigen und schweren Weg möchte der Vorstand wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren, und dies bereits 2015. Wer den Vorstand kennt, weiß, dass Markus Rieger kein Freund von leeren Versprechungen ist, und auch um unliebsame Mitteilungen keinen Bogen macht. Die optimistische Randbemerkung im letzten Quartalsausweis ist daher umso bemerkenswerter.

Die in München ansässige GoingPublic Media AG wurde 1998 von Markus Rieger, dem heutigen Vorstand, als Finanzverlag gegründet, ging 2006 an die Börse und befindet sich gerade in der Umstrukturierung vom reinen Finanzverlag zur multimedialen Kapitalmarktplattform.

Nennenswerte Beteiligungen sind die Smart Investor Media GmbH (90%), sowie  „DIE STIFTUNG“ Media GmbH (100%).

Neben den bekannten Publikationen, wie „GoingPublic“, „Smart Investor“, „VentureCapital“ oder „die Stiftung“ mit ihren jeweiligen Web-Portalen und Newslettern, verlegt GoingPublic auch Sonderpublikationen, veranstaltet Kapitalmarkt-Events und verlegt gelegentlich auch Fach- und Hörbücher. Außerdem betreibt GoingPublic das renommierte Anleihe-Portal „BondGuide“.

Doch nun zur Aktie. Nachdem die GoingPublic Media AG bereits 2012 die Dividende wegen der Kosten der oben genannten Umstrukturierung von 0,35 auf 0,25 EUR je Aktie gekürzt hatte und auf der vorausgegangenen Hauptversammlung im Jahre 2013 die Aktionäre schon auf weitere Belastungen vorbereitet wurden, kam der Dividendenschnitt auf 0,15 EUR je Aktie für das Geschäftsjahr 2013 nicht ganz unerwartet. Für das laufende Geschäftsjahr erwarten Nebenwerte-Experten eine nochmals gekürzte Dividende von 0,05 EUR/Aktie, wobei aber auch ein Dividendenausfall keine allzu große Überraschung oder Enttäuschung wäre. Allein der Stolz auf ununterbrochene Dividendenzahlung lässt einen Dividendenausfall für die stets kapitalmarktorientierte GoingPublic AG jedoch als eine recht unwahrscheinliche Option erscheinen.

Der Blick auf die unterjährige Umsatz- und Gewinnentwicklung ist müßig, da GoingPublic nur einmal jährlich ein komplettes Zahlenwerk vorlegt und auf Quartalsebene nur kurz kommentierte Kennzahlen präsentiert.

Das Gute vorweg: GoingPublic wird aller Voraussicht nach auch das Geschäftsjahr 2014 mit Gewinn abschließen. Dieser dürfte zwischen 0,04 und 0,06 EUR/Aktie liegen. Ob das gelingt, hängt von der Entwicklung der einzelnen Publikationen und Projekte ab. Da das vierte Quartal bei GoingPublic traditionell das stärkste ist, stehen die Chancen nicht schlecht.

Das „Smart Investor“ Magazin startete mit einem Umsatzplus von 12,5% gut ins laufende Jahr, verharrte dann auf Vorjahresniveau und zeigte erst im dritten Quartal einige Schwächen bei Umsatz und Ergebnis gegenüber der Vorjahresperiode. In der Hinsicht wird das vierte Quartal sicher spannend.

Nachdem es beim „Smart Investor“ schon rund um den letzten Jahreswechsel zu optischen Veränderungen bei Heft und Webseite kam, folgten nun auch personelle Veränderungen, welche den Fokus der teils sehr politischen Ausgaben scheinbar wieder mehr Richtung Kapitalmarktthemen rücken, was nicht nur dem kritischen Anleger, sondern auch dem kritischen Leser gefallen dürfte.

„Die Stiftung“ konnte dies Jahr vom Start weg mit zweistelligen Wachstumsraten bei Umsatz und Ergebnis aufwarten, wenngleich hier z.T. Sondereffekte zum Tragen kamen. Per Saldo liegen Umsatz und Ergebnis der ersten neun Monate jeweils mehr als 30 Prozent über den Vorjahreswert.

Von Verlagsseite war zu hören, dass das GoingPublic Magazin schwächelt. Mangels ausreichender Börsengänge ging über die Jahre die thematische Ausrichtung etwas verloren. Hier heißt es jetzt „back to the roots“, wie mich der Vorstand wissen ließ. Mit Erfolg, denn erste Ergebnisse sind dank personeller Verstärkung schon in den letzten beiden Ausgaben sichtbar.

Vom Start weg gut lief es für den „BondGuide“, welcher von jeher als Online-Portal mit entsprechender Medienpräsenz in Hörfunk, Fernsehen und Printmedien konzipiert wurde. Fokussiert auf Unternehmensanleihen, zieht der BondGuide zunehmend mehr Besucher auf seine Seiten und generiert so steigenden Werbeeinnahmen für GoingPublic. Mit Sicherheit kann man BondGuide als eine der ersten Adressen in Sachen deutschen Unternehmensanleihen bezeichnen.

Zur aktuellen Entwicklung beim „VentureCapital“ Magazin und der „Unternehmeredition“ liegen keine Zahlen vor. Bleibt noch der Blick auf die China-Strategie der GoingPublic Media AG.

Vom Vorstand selber als „disruptiv“ beschrieben, verbirgt sich hinter der China-Strategie keine neue Zeitschrift oder Webseite, sondern eine multimediale Plattform, welche die gesamte mediale Klaviatur für sich in Anspruch nimmt, und dies gleich mehrsprachig. Zielgruppe sind institutionelle Investoren, Emittenten und Finanzdienstleister in China und Deutschland, sowie an anderen Finanzplätzen mit Bezug zu China.

Die Idee an sich ist gut. Der Aufbruch in neue Märkte verleiht dem Projekt laut Vorstand einen „Venture-Charakter“, wie man ihn sonst nur aus der Startup-Szene kennt. Abzuwarten ist jedoch, wie sich die IPO-Flaute in China auf das junge Geschäft ausgewirkt hat. Der hier zu Lande zu beobachtende Irrsinn bei China-Aktien könnte hingegen sogar positive wirken, offenbart er doch massiven Aufklärungsbedarf bei chinesischen Emittenten, die den deutschen Kapitalmarkt anstreben. Wie auch immer, laut Vorstand wird hier für 2015 das Erreichen der Gewinnschwelle angepeilt.

Bleibt nur noch zu erwähnen, dass zur Abrundung der Online-Offensive Gespräche mit etwaigen Mitbewerbern zwecks engerer Kooperation oder gar Akquisition geführt werden. Genaueres wollte sich der GoingPublic Vorstand nicht entlocken lassen.

GoingPublic

Es tut sich also einiges bei GoingPublic. Die Umstellung auf Cross-Media gewinnt an Kontur, die Webseiten und auch die Printmedien wurden inhaltlich und vom Layout her zum Teil deutlich überarbeitet. Die Resultate lassen sich sowohl bei den Printmedien, als auch auf den entsprechenden Webportalen und Veranstaltungen sehen.

GoingPublic ist stets innovativ und wird nicht müde, Neues zu probieren, um den Nutzen für den Leser und Nutzer zu optimiere, was schlussendlich auch den Aktionären zu Gute kommen sollte.

Ging man bei Vorstellung der 2013er Zahlen noch „von einem wiederum schwierigen Geschäftsjahr [2014] aus“, so geht der GoingPublic Vorstand „derzeit von einem leicht positiven Ergebnis aus“, kann aber „zur Dividende…derzeit noch keine Aussage…“ machen.

„Ziel für das Medienhaus ist es, bereits 2015 auf den Wachstumspfad zurückzukehren“ ließ sich der Vorstand anlässlich der Veröffentlichung der jüngsten Quartalszahlen Anfang November zitieren. Eine Aussage, die Aufhorchen lässt. Denn auch die auf das Quartal runter gebrochenen Neunmonatszahlen zeigen einen deutlichen Aufschwung, sowohl gegenüber den beiden Vorquartalen, als auch gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

„Back to the roots“ heißt daher die Parole nicht nur für das GoingPublic Magazin, sondern auch für die GoingPublic Aktie. Das würde heißen, auch mal wieder eine Dividende von 0,35 EUR/Aktie zu sehen und das vom Vorstand und Gründer mal ehrgeizig angestrebte Umsatzwachstum von mindestens zehn Prozent p.a. zu erreichen – ergebnisorientiert, versteht sich.

Bis dahin müssen sich die Aktionäre mit einem innovativen, profitablen Unternehmen begnügen, welches sich gerade in der Endphase seiner erfolgreichen Umstrukturierung befindet und mit einen engagierten Team spitzen Produkte liefert.

Nicht vergessen sollte man darüber aber, dass es sich bei GoingPublic um einen Nischenanbieter, vielleicht sogar einen sog. Hidden Champion, handelt, mit den entsprechenden Marktrisiken in der Realwirtschaft, und entsprechenden Kursrisiken an der Börse. Dort zählt GoingPublic mit seiner derzeitigen Marktkapitalisierung von nicht mal drei Millionen Euro zu den sogenannten Micro Caps.

Immerhin, mehr als die Hälfte der Marktkapitalisierung macht allein schon das Eigenkapital aus, welches in der Bilanz mit einer Eigenkapital-Quote von rund 84 Prozent zu Buche schlägt.

Das der Kurs trotz diverser Möglichkeiten und eines schwindelerregenden 2015er KGV von über 50 (Konsensschätzung) bisher nicht weiter gen Süden absackte, ist schon erstaunlich und zum Teil sicher auch der Zusammensetzung des Aktionariats und der Marktenge zu verdanken. So werden insgesamt 55 Prozent der Anteile von dem Wagniskapitalgeber Falk Strascheg und der Familie von Vorstand und Gründer, Markus Rieger, gehalten. Weitere 25,4 Prozent werden von den nächsten elf größten Aktionären gehalten, wovon jeder zwischen mindestens ein und maximal sechs Prozent der Anteile hält. Diese Aktionäre können alle als „feste Hände“ im Sinne Kostolanys gelten. So verbleiben „nur“ knapp 20% der Anteile in sog. „zittrigen Händen“. Da darunter auch einige GoingPublic-Mitarbeiter fallen dürften, gibt es, so scheint es, kaum Abgabedruck, zumal man bei dieser Marktenge nicht sicher sein kann, immer den Preis zu treffen, den man sich vorgestellt hat, selbst wenn man limitierte Order erteilt. Oder man kommt nach einem Verkauf später nicht wieder günstiger rein. Leidenschaftlichen Tradern ist diese Aktie daher nicht ans Herz zu legen. Langfristig orientierte Anleger kommen da schon eher auf ihre Kosten. Und so wundert es nicht, dass sich unter den Großaktionären auch Stiftungen, Wagniskapitalisten und Family Offices befinden.

GoingPublic Media AG
Chart: Market Maker

Demnächst werden die Marktteilnehmer und Analysten ihr Augenmerk verstärkt auf die 2016er Ergebnisschätzungen lenken und ihre Erwartungen und Empfehlungen entsprechend anpassen. Außerdem wird die GoingPublic Media AG ihre Zukunftsprojektion auf der Münchner Kapitalmarkt Konferenz präsentieren. Es bleibt spannend. Zumal das Beste, auch bei GoingPublic, immer zum Schluss kommt – nämlich im vierten Quartal.

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Interessenkonflikt: Der Autor oder ihm nahestehende Personen oder Institutionen halten Aktien der oben genannten Gesellschaft. Weitere Käufe werden nicht ausgeschlossen.
Images: GoingPublic Media AG