Online-Broker erweitern Einkommensquellen, Swissquote und sino legen 21% bzw 38% zu

Mit einen furiosen Kursfeuerwerk beendeten die beiden Online-Broker Swissquote und sino Ende letzter Woche ihre monatelang anhaltende Lethargie. Beide Online-Broker verstärken Ihre Geschäftsaktivitäten durch Zukäufe bzw. Einlagen, was sich laut Pressemeldungen auch positiv auf deren Kern- bzw. Eigenkapitalbasis auswirken soll.

sinoDie deutsche sino AG gab bekannt, den Anteil an der Trading-Softwareschmiede tick-TS AG von 43 auf 100 Prozent zu erhöhen. Durch die Einbringung der tick-TS AG soll das Eigenkapital der sino AG auf 8 -10 Millionen Euro gesteigert werden, was einen Eigenkapital von 3,40 EUR/Aktie entspräche. Sino erwartet einen Ergebnisbeitrag von rund 3,4 Millionen Euro allein aus dieser Transaktion. Nebenbei erhofft sich der Vorstand von der Transaktion auch mehr Spielraum für etwaige Dividenden und „erhebliche Einsparungen in den nächsten Jahren“.

Die schweizer Swissquote wird durch die 100 prozentige Übernahme der MIG Bank zu einem der weltweit größten Forex-Brokern. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Die Übernahme konnte voll aus Eigenmitteln bezahlt werden und soll zu deutlichen Umsatzsteigerungen führen. Immerhin ist die MIG Bank führend im Onlinehandel mit Forex und CFDs für Kunden in 120 Ländern.

In wieweit diese Initialzündung die Kurse weiter sprudeln lässt, hängt davon ab, wie weit Swissquote und sino in der Lage sind, dauerhaft ihren Nutzen aus den Zukäufen bzw. Einlage zu ziehen.

In Sachen Swissquote kann man davon ausgehen, dass die volle Integration der MIG Bank gelingen wird und entsprechende Ergebnisbeiträge liefern wird.

Bei sino gilt es abzuwarten, ob sich durch die Einbringung der tick-TS AG nicht der ganze Unternehmensschwerpunkt vom reinen Online-Broker zum Technologieanbieter verschiebt, was mit Blick auf die derzeitige Schwäche im Ordergeschäft und den nun zu erwartenden Ergebnisbeiträgen sicher nicht das schlechteste ist. Hier könnte es sich für risikobewusste Anleger lohnen, die Sache noch mal mit spitzen Bleistift nachzurechnen. Dabei sollte sich der potentielle Investor fragen, wie nachhaltig das Geschäftsmodell der tick-TS AG ist und wer deren Kunden sind.