Zinswende voraus?

Die Herabstufung von Kerneuropa durch S&P könnte die längst überfällige Zinswende einleiten. Das Geld nicht mehr billig zu haben ist, zeigte schon der Misserfolg bei der letzten Platzierung von Bundespapieren vor wenigen Tagen. Lange dürften bzw. sollten sich die politisch motivierten niedrigen Zinsen nicht mehr halten. Man könnte auch argwöhnen: Unabhängige Notenbanken sehen anders aus.

Zwar hat sich der Euribor schon seit geraumer Zeit von seinen Tiefstständen verabschiedet. Doch der Markt wirbt noch immer mit lukrativen Hypothekenzinsen und lächerlichen Angeboten fürs Tagesgeld.

Angesichts der Marktreaktion auf die letzte Auktion für Bundeswertpapiere und der angedrohten Abstufung Deutschlands und anderer EU-Staaten durch S&P ist die zu erwartende Zins-Differenz zu den aktuell diskutierten Eurobonds nicht mehr all zu gravierend und dürfte den politischen Widerstand zur Auflage von Eurobonds mindern. Steigende Zinsen werden also immer wahrscheinlicher.